Anleitung

Eingangsrechnungen automatisch auslesen und vorsortieren

Schritt für Schritt zu einem Ablauf, der Rechnungen aus dem Postfach zieht, Beträge und Lieferanten ausliest und Zweifelsfälle sichtbar macht.

Das steht am Ende

Rechnungen landen ausgelesen und zugeordnet in der Freigabe, unklare Fälle in einer eigenen Warteschlange.

Vorher gebraucht

  • Ein eigenes Postfach für Rechnungseingang, zum Beispiel rechnung@
  • Zugriff auf eine Automatisierungsplattform, etwa n8n oder Make
  • Eine Ablage, in die abgelegt wird: DMS, Buchhaltungssoftware oder Ordnerstruktur
  • Eine Person, die Zweifelsfälle entscheidet
Zeitaufwand
Ein halber Tag
Niveau
Fortgeschritten
Kosten
Serverbetrieb plus Nutzung des Auslesedienstes

Die Buchhaltung öffnet Anhänge, tippt Beträge ab, ordnet Kostenstellen zu und schickt die Rechnung weiter. Pro Beleg sind das je nach Haus zwei bis fünf Minuten. Bei 300 Belegen im Monat ist das ein spürbarer Teil einer Stelle, und keine davon ist die Aufgabe, für die man Buchhalter einstellt.

Diese Anleitung baut den Ablauf so, dass am Ende nicht die Maschine entscheidet, sondern der Mensch nur noch die Fälle sieht, bei denen es sich lohnt.

Eingang bündeln

Legen Sie ein eigenes Postfach an, zum Beispiel rechnung@ihrefirma.de, und kommunizieren Sie es an Lieferanten. Solange Rechnungen in fünf persönlichen Postfächern landen, automatisieren Sie das Chaos mit.

Richten Sie im selben Schritt einen Ordner für bereits verarbeitete Nachrichten ein. Der Ablauf verschiebt später dorthin, damit kein Beleg zweimal läuft.

Anhänge herausziehen

Der erste Schritt im Ablauf holt neue Nachrichten und trennt die Anhänge ab. Zwei Regeln haben sich bewährt:

  • Nur PDF und gängige Bildformate weiterverarbeiten, alles andere in die Warteschlange.
  • Nachrichten ohne Anhang nicht verwerfen. Manche Lieferanten schreiben die Rechnung in den Nachrichtentext, und dieser Fall gehört gesehen, nicht gelöscht.

Felder auslesen

Jetzt kommt der Auslesedienst ins Spiel. Ob Sie ein spezialisiertes Belegwerkzeug oder ein Sprachmodell mit Dokumentenverständnis nutzen, ist zweitrangig, solange das Ergebnis strukturiert zurückkommt. Verlangen Sie feste Felder:

  1. Lieferant und dessen Steuernummer
  2. Rechnungsnummer und Rechnungsdatum
  3. Nettobetrag, Steuersatz, Bruttobetrag
  4. Zahlungsziel
  5. Bestellnummer, falls vorhanden

Lassen Sie sich zu jedem Feld einen Vertrauenswert mitgeben. Ohne diesen Wert können Sie später nicht sauber trennen zwischen „sicher” und „bitte ansehen”.

Prüfen statt vertrauen

Bevor irgendetwas gespeichert wird, rechnet der Ablauf nach: Ergibt netto plus Steuer den Bruttobetrag? Existiert der Lieferant bereits in den Stammdaten? Liegt das Rechnungsdatum plausibel in der Vergangenheit? Gab es dieselbe Rechnungsnummer schon einmal?

Jede dieser Prüfungen ist billig zu bauen und verhindert genau die Fehler, die später teuer werden. Fällt eine Prüfung durch, geht der Beleg in die Warteschlange, nicht in die Freigabe.

Zweifelsfälle sichtbar machen

Das ist der Schritt, den die meisten Projekte auslassen, und der Grund, warum sie danach niemand nutzt. Die Warteschlange braucht:

  • einen festen Ort, an dem täglich jemand hineinschaut,
  • die Angabe, warum der Beleg dort liegt,
  • und einen Weg, ihn nach der Korrektur zurück in den normalen Ablauf zu geben.

Ein Aufgabenboard, eine Liste in der Buchhaltungssoftware oder eine tägliche Sammelmail reichen völlig. Was nicht reicht: ein weiteres Postfach, in das niemand schaut.

Zwei Wochen parallel fahren

Schalten Sie den manuellen Weg nicht ab, sobald der Ablauf läuft. Lassen Sie beides zwei Wochen nebeneinander laufen und vergleichen Sie stichprobenartig. Sie finden in dieser Zeit die Lieferanten mit dem ungewöhnlichen Rechnungslayout, den Sonderfall mit Gutschrift und die Rechnung, die als Foto aus dem Kopierer kommt.

Erst danach entscheiden Sie, ob die Automatik den Regelfall übernimmt. Und selbst dann bleibt die Regel: Ein Beleg, den das System nicht sicher versteht, wird nicht geraten, sondern gezeigt.

Checkliste zum Abhaken

  • Eigenes Eingangspostfach eingerichtet und im Haus kommuniziert
  • Auslesedienst gewählt und Auftragsverarbeitung geklärt
  • Pflichtfelder festgelegt: Lieferant, Betrag, Datum, Rechnungsnummer
  • Schwelle definiert, ab der ein Mensch prüfen muss
  • Warteschlange für Zweifelsfälle sichtbar aufgehängt, nicht im Postfach versteckt
  • Zwei Wochen mitgelaufen, bevor der manuelle Weg abgeschaltet wurde

Hakt es an einem Punkt, schreiben Sie uns. Wir antworten auch dann, wenn daraus kein Projekt wird.

Nachbauen lassen

Keine Lust, das selbst zu bauen?

Wir setzen diesen Ablauf in Ihrer Systemlandschaft auf, dokumentieren ihn und schulen die Menschen, die anschließend damit arbeiten.

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